Zusätzliche Sicherheitsinformationen
Silikonperlen werden fast immer zur Herstellung von Baby- oder Kinderartikeln verkauft. Für solche Produkte gelten in Europa sehr strenge Vorschriften.
Silikonperlen werden meist mit dem Hinweis verkauft, dass sie BPA-frei und aus lebensmittelechtem Silikon hergestellt sind. Das stimmt tatsächlich. Alle Silikone sind BPA-frei, da es sich dabei um einen Stoff handelt, der nur in Kunststoffen vorkommt. Das allein reicht jedoch nicht aus, um die Artikel für den europäischen Markt zuzulassen. (Das gilt auch für den Hinweis „FDA-approved“. Die FDA ist nämlich eine US-amerikanische Behörde und daher vom europäischen Markt unabhängig.) Die US-amerikanischen Vorschriften in diesem Bereich sind deutlich lockerer als die europäischen, und die Zertifikate der Hersteller sind im Allgemeinen auf den US-Markt ausgerichtet. Auch wenn die meisten Hersteller angeben, ihre Produkte seien auch für Europa geprüft worden, wurde dann meist nur eine vorgeschriebene europäische Prüfung für eine einzige Farbe durchgeführt. Andere europäische Sicherheitsanforderungen überschneiden sich teilweise mit den US-amerikanischen Normen. Doch auch hier gilt, dass die Werkszertifikate im Allgemeinen nur für eine einzige Farbe gelten. Die Hersteller sind der Ansicht, damit alle Anforderungen abzudecken.
Ich habe alle Materialien, die zur Herstellung von Silikonperlen verwendet werden, das gesamte Holz, das Satinband sowie die Befestigungsringe und Klickverschlüsse getrennt und unabhängig nach den folgenden Normen prüfen lassen:
Wenn du gewerblich Spielzeugartikel aus Silikonperlen herstellst, bist du selbst dafür verantwortlich, ihre Festigkeit testen zu lassen. Das ist sehr wichtig und muss von einer offiziellen Prüfstelle durchgeführt werden. Nur so werden die Tests nach europäischem Recht anerkannt. Zubehör wie Schlüsselanhänger und Stifte muss nicht getestet werden. Spielzeug muss getestet werden, wenn es für Kinder bis 14 Jahre bestimmt ist. Tests auf Erstickungsgefahr werden für Kinder bis 3 Jahre durchgeführt.
Bei Beißringen gilt jede Zusammensetzung aus Perlen als ein anderes Modell. Deine einzelnen Modelle musst du also wirklich separat testen lassen, um eine Kennzeichnung anbringen und sie auch offiziell bzw. gesetzlich verkaufen zu dürfen.
Silikon-Beißanhänger, die auch als loses Spielzeug verwendet werden können, müssen als Spielzeug ebenfalls auf Festigkeit und Abmessungen getestet werden. Aber auch wenn du sie zum Beispiel an einem Maxi-Cosi-Anhänger, Beißring oder einer Kinderwagenkette verwenden möchtest, ist es wichtig, dass die Anhänger selbst den Test bestanden haben. Andernfalls wird auch dein Endprodukt niemals zugelassen.
Achtung: 2024 habe ich 19 Beißanhänger erneut testen lassen, weil ich den Sicherheitsangaben der Hersteller nicht zu 100 % vertraut habe. Und das zu Recht: 12 von 19 wurden aufgrund ihrer Größe abgelehnt. Dabei hätte man das ganz leicht vermeiden können!
Die Perlen, die ich verkaufe, habe ich nicht auf ihre Festigkeit getestet. Der Grund dafür ist, dass ich nur einzelne Komponenten verkaufe und die Festigkeit auch davon abhängt, wie die Artikel verarbeitet werden.
Achtung: Einige Perlen wurden inzwischen von anderen separat auf „Kleinteile“ getestet. Bei Perlen, die diese Tests nicht bestanden haben, habe ich den Warnhinweis „3+“ angebracht. Diese Perlen kannst du also nicht für Produkte für Kinder unter 3 Jahren verwenden, aber zum Beispiel für Schlüsselanhänger und Stifte.
Nicht alle Perlen wurden getestet. Das bedeutet also nicht automatisch, dass andere Perlen mit „Auswüchsen“ den Test bestehen. Sei bei der Herstellung von Babyartikeln also immer besonders kritisch und gehe bei der Auswahl der Komponenten lieber auf Nummer sicher (egal, wie schön bestimmte Perlen auch aussehen). Bei Babyartikeln steht Sicherheit an allererster Stelle!
Schnullerketten müssen der EN 12586 entsprechen. Diese Norm gilt speziell für Schnullerketten. Sie besagt unter anderem, dass die Schnullerkette ohne Clip nicht länger als 22 cm sein darf, sich keine Teile lösen können, die verwendeten Teile nicht zu klein sein dürfen und alle verwendeten Materialien nachweislich frei von Schadstoffen sein müssen. (Dafür sind also Zertifikate erforderlich.) Der Clip muss mit Belüftungslöchern versehen sein.
Eine Prüfung ist bei Schnullerketten nicht vorgeschrieben, aber in den letzten Jahren gab es bereits mehrere Rückrufaktionen, weil sich Schnullerketten doch als unsicher erwiesen haben. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, lass deine Artikel prüfen!
Beißringe müssen gemäß EN 71-1 und EN 71-2 geprüft werden. Die Kosten pro Modell liegen bei etwa 200-250 Euro. Wenn du also gerade erst anfängst und alle Anforderungen erfüllen möchtest, kann es sinnvoll sein, höchstens 2-3 Basismodelle zu entwerfen und bei diesen mit den Farben zu variieren.
Jedes „Modell“ muss offiziell einzeln geprüft werden. Ein Modell ist eine bestimmte Reihenfolge von Perlen. Wenn du einen Beißring prüfen lässt, weißt du, dass deine Knüpftechnik sicher ist. Bei anderen Perlenkombinationen wirken jedoch andere Kräfte auf die einzelnen Perlen, sodass auch die Prüfergebnisse anders ausfallen können.
Allgemeine Sicherheitshinweise zu den Artikeln, die ich verkaufe:
- Silikonprodukte wurden ursprünglich für Babys entwickelt, die zahnen. Einige Artikel haben sich (glücklicherweise) auch für starke Beißer als geeignet erwiesen. Obwohl Silikon ziemlich robust und elastisch ist, ist es sehr wichtig, die Produkte regelmäßig auf Beschädigungen zu überprüfen.
- Die Sicherheitsverschlüsse aus Kunststoff und die Befestigungsringe aus Kunststoff sind nicht zum Draufbeißen gedacht! Sollte dein Kind trotzdem darauf herumbeißen wollen, achte gut darauf, dass der Verschluss intakt bleibt!
Befestige eine Schnullerkette oder Spielkette (sie ist auch Spielzeug und muss daher geprüft sein) immer irgendwo, damit nicht direkt auf den Verschluss gebissen wird. Kinderketten sind für Kinder ab 3 Jahren gedacht, kein Spielzeug und sollten natürlich regelmäßig auf Beschädigungen kontrolliert werden. - Ich habe sehr lange nach Möglichkeiten gesucht, die Silikonperlen so aufzufädeln, dass sich bei normalem Gebrauch absolut keine Perlen lösen können. So werden Beißringe laut meiner Anleitung an beiden Seiten verknotet. Sollte sich wider Erwarten der letzte Knoten einmal lösen, muss der Faden erst noch durch alle Perlen zurückgezogen werden, sodass danach immer noch ein dreifacher Knoten übrig bleibt.
Bei Artikeln mit Klickverschlüssen empfehle ich, direkt hinter dem Verschluss einen Knoten zu machen. So kann der Faden nicht zurückrutschen und der Knoten freigelegt werden (dadurch könnte sich nämlich der Verschluss lösen). - Obwohl ich viel Zeit und Sorgfalt in die Anleitungsvideos zum sicheren Auffädeln gesteckt habe, ist es wichtig, die Artikel nur unter Aufsicht verwenden zu lassen. Für das Endergebnis kann ich nicht haftbar gemacht werden. Die Videos sollen euch lediglich den Einstieg erleichtern. Ich habe sie damals erstellt, weil ich sehr gefährliche Dinge gesehen habe. Die fertigen Produkte wurden jedoch nicht alle offiziell getestet. Natürlich habe ich selbst auf verschiedene Arten kräftig an den Artikeln gezogen und geprüft, ob sich der Faden tatsächlich nicht lösen kann. Für die endgültige Festigkeit und Sicherheit des von dir hergestellten Produkts bist du selbst verantwortlich.
Gib Schnullerketten, Spielzeugketten oder Beißringe nicht mit ins Bett!
Achte außerdem darauf, dass Schnullerketten und Spielzeugketten nicht zu lang sind. Eine Schnullerkette darf ohne Clip höchstens 22 cm lang sein, damit sie sich nicht um den Hals deines Kindes wickeln kann.
Übrigens: Wenn du selbst einen Artikel aus Perlen herstellst, die du bei mir kaufst, bist du auch selbst für die Sicherheit dieses Produkts verantwortlich. Auch dann, wenn du meine Anleitungsvideos verwendest.
Die Anleitungen sind in erster Linie für Privatpersonen gedacht, die etwas für den eigenen Gebrauch herstellen möchten.
Wenn du gewerblich Artikel aus Silikonperlen herstellst, bist du selbst dafür verantwortlich, deren Festigkeit testen zu lassen. (Die chemischen Tests habe ich bereits für dich durchführen lassen.)
Wenn du Zweifel an der Festigkeit hast, fang bitte noch einmal von vorne an! Lass beim Gebrauch von Silikonperlen immer deinen gesunden Menschenverstand walten: Lass deine Kinder zum Beispiel niemals unbeaufsichtigt mit aufgefädelten Artikeln spielen und sorge dafür, dass sie nicht an lose Perlen gelangen können!
Bist du mit meiner Knotenmethode nicht einverstanden? Das ist in Ordnung! Verwende gerne selbst eine andere Methode, aber stelle die Sicherheit immer in den Mittelpunkt.
