Sicher loslegen: ein Schritt-für-Schritt-Plan
Wenn du selbst Produkte mit Silikonperlen herstellen möchtest, um sie zu verkaufen, oder einfach für dein eigenes Kind oder für Freunde, ist es gut zu wissen, worauf du achten musst, damit du sicher arbeitest.
Vor allem, wenn du Produkte verkaufen möchtest, musst du dich mit Gesetzen, Normen und Verantwortlichkeiten auseinandersetzen. Das kann überwältigend sein. Deshalb habe ich versucht, alles so klar und praxisnah wie möglich für dich zusammenzufassen.
Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung soll dir als Orientierung dienen, besonders wenn du ein kleines Unternehmen führst.
Wenn du etwas für den privaten Gebrauch herstellst, reichen in der Praxis die Schritte 1 bis 4 aus.
Ich werde dir nicht genau vorschreiben, wie du etwas knüpfen oder auffädeln musst. Denn wie stabil ein Produkt letztendlich ist, hängt immer ab von:
- den ausgewählten Materialien
- den verwendeten Formen und Größen
- und davon, wie genau jemand arbeitet
Ich möchte dir jedoch zeigen, dass bei der Herstellung sicherer Produkte mehr zu beachten ist, als oft angenommen wird.
Der Stufenplan
Schritt 1 – Achte auf sichere Materialien
Verwende nur Materialien, die für die Verwendung durch Babys und Kleinkinder geeignet sind.
Als Importeur bin ich für die Materialien verantwortlich, die ich verkaufe, und stelle sicher, dass sie den geltenden europäischen Anforderungen entsprechen. Als Hersteller eines Endprodukts bist jedoch auch du für deine Entscheidungen verantwortlich. Deshalb ist es wichtig, dass du weißt, woher deine Materialien stammen und welche Dokumentation dazugehört.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass Herstellerzertifikate oft unvollständig sind oder auf anderen Märkten (wie den USA) beruhen, wo andere Anforderungen gelten als in Europa. Deshalb habe ich zusätzliche Tests an den Grundmaterialien durchführen lassen, die von den Fabriken verwendet werden.
Die Silikonperlen, das Holz, die Satinkordel und die Kunststoffteile, die ich verkaufe, wurden von einem anerkannten Prüfinstitut (SGS) getestet. Für diese Materialien habe ich die zugehörige Dokumentation.
Nicht alle Artikel im Webshop sind für Babyprodukte geeignet. Dazu zählen zum Beispiel:
- Acrylperlen
- Zwischenscheiben mit Strasssteinen
- Stifte
Bei Perlen, die nicht für Babys geeignet sind oder eindeutig weniger dafür geeignet sind, steht die Kennzeichnung 3+. Bitte beachte, dass dies nicht automatisch bedeutet, dass andere Perlen geeignet sind. Wähle immer mit Bedacht.
Meine allgemeine Empfehlung:
Verwende für Babyartikel vorzugsweise Silikonperlen ohne Vorsprünge und kombiniere verschiedene Materialien nur zurückhaltend.
Schritt 2 – Wählen Sie sichere Formen und Größen
Nicht nur das Material, sondern auch die Form und Größe der Perlen sind sehr wichtig.
- Zu kleine Perlen können unsicher sein
- Perlen mit hervorstehenden Elementen (wie Schleifen) sehen niedlich aus, bergen aber zusätzliche Risiken
- Viele kantige Perlen nebeneinander machen ein Produkt weniger biegsam
Bei Schnullerketten und Beißringen kann das dazu führen, dass:
- sich das Produkt nicht richtig formt
- der Faden sichtbar wird
- die Spannung ungleichmäßig verteilt wird
Auch Holzteile erfordern besondere Aufmerksamkeit. Ein einzelner Holzring kann einen Festigkeitstest unter Umständen bestehen, doch mehrere Holzteile, die gleichzeitig unter Druck stehen, können brechen. Daher ist die Herstellung von Rasseln aus Gründen der Stabilität keine sichere Wahl.
Bevorzugen Sie:
- überwiegend runde Formen
- geringe Größenunterschiede
- Variationen bei Farbe und Struktur, nicht beim Risiko
Schritt 3 – Achte genau auf die Maße
Die Maße sind ein wichtiger Bestandteil der Sicherheit.
Eine Schnullerkette darf beispielsweise (ohne Clip) maximal 22 cm lang sein. Beachte, dass sich eine Kette bei Gebrauch noch etwas dehnen kann. Das bedeutet auch, dass nicht jeder Name und jede Kombination für eine Schnullerkette geeignet ist.
Achte außerdem darauf, dass:
- sich ein Baby nicht einklemmen kann
- Finger, Hände oder Arme nicht hängen bleiben können
Je einfacher das Design, desto geringer ist die Unfallgefahr.
Schritt 4 – Auffädeln und Verknoten
Wenn du sichere Materialien und Formen ausgewählt hast, ist es Zeit, die Perlen aufzufädeln.
Für Schnullerketten werden im Großen und Ganzen zwei Methoden verwendet:
- die Knotenmethode
- die Schmelzmethode, bei der der Satinfaden miteinander verschmolzen wird
Da das Erhitzen des Satinfadens unbemerkt schwächere Stellen verursachen kann, bevorzuge ich selbst die Knotenmethode.
Unter Info & Tips findest du Anleitungsvideos, in denen ich zeige, wie ich Schnullerketten und Beißringe knote und wie ich andere Artikel herstelle. Die Art, wie ich Beißringe knote, wurde von SGS geprüft.
Die Schnullerkette in dieser Form wurde nicht als Endprodukt geprüft, aber es wurden ähnliche Konstruktionen mit denselben Clips und demselben Faden getestet. Dennoch gilt immer:
Du bist selbst für deine Arbeitsweise und das Endergebnis verantwortlich.
Schritt 5 – Testen lassen (beim Verkauf)
Wenn du deine Produkte verkaufen möchtest, ist das Testen unerlässlich.
Beißringe und anderes Spielzeug fallen unter die Spielzeugrichtlinie
→ Tests sind vorgeschrieben
→ nach der Zulassung darf eine CE-Kennzeichnung angebracht werden
Jede andere Zusammenstellung oder Reihenfolge der Perlen gilt dabei als separates Modell und muss grundsätzlich einzeln beurteilt werden.
Bei Schnullerketten sind Tests gesetzlich nicht vorgeschrieben, ich empfehle sie jedoch dringend, wenn du ernsthaft verkaufen möchtest. Wenn du mindestens eine Schnullerkette testen lässt, erhältst du Gewissheit über deine Befestigungsmethode.
Wenn du Materialien aus meinem Onlineshop verwendest, musst du keine zusätzlichen chemischen Tests an den einzelnen Bestandteilen durchführen lassen. Für das Endprodukt bleibt das Testen jedoch immer deine eigene Verantwortung.
Nur eine anerkannte Prüfstelle kann rechtsgültig feststellen, ob dein Produkt die Anforderungen erfüllt.
Schritt 6 – Dokumentation und Verwendung
Wenn alles stimmt, kannst du richtig loslegen.
Achte beim Verkauf immer darauf, dass du:
- eine klare Gebrauchsanweisung beilegst
- vor der Verwendung ohne Aufsicht warnst
- darauf hinweist, dass beschädigte Produkte nicht mehr verwendet werden dürfen
- deine Kontaktdaten angibst
Auch zugelassene Produkte müssen sorgfältig verwendet werden.
Vor allem aber: Viel Spaß!
Es macht unglaublich viel Spaß, mit Farben zu spielen und etwas Schönes zu gestalten. Besonders, wenn du weißt, dass du es bewusst und verantwortungsvoll tust.
Mehr erfahren
Möchtest du dich weiter informieren? Hier findest du weitere spezifische Informationen:
